Mehrfamilienhaus verkaufen im Rhein-Main-Gebiet: Alles was Eigentümer wissen müssen
Der Verkauf eines Mehrfamilienhauses folgt anderen Gesetzmäßigkeiten als der Verkauf einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses. Die Bewertung ist komplexer, die Käufer sind professioneller, die steuerlichen Fragen sind vielschichtiger – und die Maklerprovision funktioniert anders. Wer das weiß, ist besser vorbereitet.
Wie wird ein Mehrfamilienhaus bewertet?
Bei Wohnhäusern und Eigentumswohnungen dominiert das Vergleichswertverfahren: Was wurde für ähnliche Objekte in der Nähe gezahlt? Bei Mehrfamilienhäusern gilt dagegen fast ausschließlich das Ertragswertverfahren.
Das Ertragswertverfahren vereinfacht:
Ertragswert = (Jahresrohertrag − Bewirtschaftungskosten) ÷ Liegenschaftszinssatz + Bodenwert
Der Jahresrohertrag sind alle Mieteinnahmen im Jahr – Ist-Mieten, nicht Marktmieten. Wenn Einheiten unter Marktniveau vermietet sind, reduziert das den Wert.
Die Bewirtschaftungskosten umfassen Instandhaltungskosten, Verwaltungskosten, Mietausfallwagnis und ggf. Abschreibungen.
Der Liegenschaftszinssatz ist der entscheidende Faktor: Er bestimmt, wie stark der Ertrag kapitalisiert wird. In Frankfurt liegen die Liegenschaftszinssätze für Mehrfamilienhäuser aktuell je nach Lage bei ca. 2,5–4,5 %. Je niedriger der Zinssatz, desto höher der errechnete Wert.
Was das bedeutet: Wer seine Immobilien dauerhaft unter Marktmiete vermietet hat, erzielt beim Verkauf einen niedrigeren Preis – auch wenn das Haus strukturell in gutem Zustand ist. Potenzielle Mietsteigerungen werden vom Markt nur teilweise anerkannt.
Besonderheiten im Rhein-Main-Gebiet
Keine Milieuschutz-Gebiete wie in Berlin
Im Gegensatz zu München und Berlin gibt es in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet deutlich weniger Gebiete mit besonderen Erhaltungssatzungen. Das bedeutet: Modernisierungen und Mietanpassungen sind hier rechtlich einfacher umzusetzen – ein Vorteil für Käufer und damit für den Verkaufspreis.
Starke Investorennachfrage
Frankfurt als Finanzstandort zieht institutionelle und private Kapitalanleger an. Die Nachfrage nach vermieteten Mehrfamilienhäusern in guten Lagen (Sachsenhausen, Nordend, Bornheim, Westend, Ostend, Bockenheim) ist stabil – auch wenn die Zinsen gestiegen sind.
Steigende Mieten als Werttreiber
Die Nettokaltmieten in Frankfurt sind 2024/2025 weiter gestiegen. Wer jetzt verkauft, profitiert davon, dass Käufer mit höheren zukünftigen Mieteinnahmen rechnen und entsprechend höhere Preise akzeptieren.
Die Maklerkosten beim Mehrfamilienhaus
Das ist ein wichtiger Unterschied zum Wohnungskauf: Das Halbteilungsprinzip (Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision), das seit 2020 für den Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen gilt, gilt nicht für Mehrfamilienhäuser.
Beim Mehrfamilienhaus können Käufer und Verkäufer die Provisionsteilung frei verhandeln. In der Praxis trägt beim gewerblichen Verkauf häufig der Käufer einen größeren Teil oder sogar die gesamte Provision. Wir besprechen die Konditionen vor der Beauftragung transparent mit Ihnen.
Welche Unterlagen Sie brauchen
Für den Verkauf eines Mehrfamilienhauses sind deutlich mehr Dokumente notwendig als beim Einfamilienhausverkauf:
- Grundbuchauszug (alle Abteilungen)
- Flurkarte und Lageplan
- Mietverträge aller Einheiten (aktuell und vollständig)
- Mieterliste mit aktuellen Nettokaltmieten und Nebenkosten
- Betriebskostenabrechnungen der letzten 3 Jahre
- Energieausweis (Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis)
- Baupläne und Grundrisse aller Einheiten
- Baugenehmigungen und Abnahmebescheinigungen
- Nachweise über Instandhaltungen und Modernisierungen
- Auflistung laufender Wartungsverträge
Ohne vollständige Mietunterlagen verzögert sich der Notartermin – und professionelle Käufer machen die Unterlagenprüfung (Due Diligence) zur Bedingung.
Bei immovativInvest übernehmen wir die Beschaffung fehlender Unterlagen kostenlos.
Steuerliche Besonderheiten beim MFH-Verkauf
Spekulationssteuer
Wie bei anderen Immobilien: Bei Verkauf innerhalb von 10 Jahren nach Kauf fällt Einkommensteuer auf den Gewinn an. Bei Mehrfamilienhäusern, die vermietet waren, gibt es keine Eigennutzungs-Ausnahme.
Gewerblicher Grundstückshandel
Wenn Sie innerhalb von 5 Jahren mehr als 3 Immobilien verkaufen (die sogenannte "Drei-Objekt-Grenze"), gilt das Finanzamt das als gewerblichen Grundstückshandel. Die Folge: Einkommensteuer statt Abgeltungssteuer, und der Verkaufserlös unterliegt der Gewerbesteuer. Das kann bei mehreren Objekten erhebliche Konsequenzen haben – ein Steuerberater sollte hier frühzeitig einbezogen werden.
Die 4 Phasen des Verkaufs
Phase 1: Vorbereitung (2–4 Wochen)
Bewertung nach Ertragswertverfahren, Unterlagen zusammenstellen, Exposé erstellen mit Renditekennzahlen
Phase 2: Vermarktung (4–8 Wochen)
Gezieltes Ansprechen von Investoren – nicht nur Portale, sondern aktives Netzwerk. Mehrfamilienhäuser werden häufig "off-market" verkauft
Phase 3: Verhandlung und Due Diligence (2–4 Wochen)
Professionelle Käufer führen detaillierte Prüfungen durch. Unterlagen müssen vollständig und korrekt sein
Phase 4: Notartermin und Abwicklung (4–8 Wochen)
Wie beim normalen Verkauf: Auflassungsvormerkung, Kaufpreiszahlung, Eigentumsumschreibung, Übergabe
Was immovativInvest für Sie tut
Wir bewerten Ihr Mehrfamilienhaus nach dem Ertragswertverfahren und erstellen eine professionelle Investoren-Präsentation mit allen relevanten Renditekennzahlen. Wir sprechen unser Netzwerk von Kapitalanlegern und Investoren im Rhein-Main-Gebiet direkt an – ohne dass Ihr Objekt öffentlich sichtbar sein muss, wenn Sie das bevorzugen.
Hast du Fragen zu deiner Immobilie?
Wir beraten dich kostenlos und unverbindlich – persönlich vor Ort im Rhein-Main-Gebiet.
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„Niclas hat sich von Anfang an richtig Zeit für uns genommen. Kein Fachjargon, einfach ehrlich und direkt. Die Wohnung war in knapp 5 Wochen verkauft – absolute Empfehlung!"
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