Gesamtkosten beim Immobilienverkauf in Hessen: Was bleibt wirklich übrig?
Der Kaufpreis, den ein Käufer zahlt, ist nicht das, was der Verkäufer am Ende bekommt. Zwischen Verkaufspreis und Nettobetrag liegen Kosten – manche erwartet, manche überraschend. Wir zeigen alle Kostenpositionen für Immobilienverkäufer in Hessen und erklären, welche sich vermeiden lassen.
Die Kosten auf einen Blick
Für Verkäufer in Frankfurt und Hessen entstehen folgende typische Kostenpositionen:
| Kostenart | Typische Höhe |
|---|---|
| Maklerprovision | ca. 2,975 % des Kaufpreises (Verkäuferanteil) |
| Grundschuldlöschung | ca. 0,4 % des Grundschuldbetrags |
| Energieausweis (falls fehlend) | 50–300 € |
| Vorfälligkeitsentschädigung | individuell (0–mehrere Tausend €) |
| Spekulationssteuer | 14–45 % des Gewinns (falls fällig) |
Kostenblock 1: Maklerprovision in Hessen
In Hessen gilt seit dem 23. Dezember 2020 das Halbteilungsprinzip nach § 656c BGB. Käufer und Verkäufer teilen sich die Maklerprovision zu gleichen Teilen. Der Anteil des Verkäufers liegt bei immovativInvest bei 2,975 % inkl. MwSt. des Kaufpreises.
Beispielrechnung bei 480.000 € Kaufpreis:
- Gesamtprovision: 5,95 % = 28.560 €
- Verkäuferanteil: 2,975 % = 14.280 €
- Käuferanteil: 2,975 % = 14.280 €
Was dafür geleistet wird: professionelle Bewertung, Exposé, Fotos, Vermarktung, Käuferprüfung, Verhandlung, Vorbereitung des Notartermins, alle erforderlichen Unterlagen (kostenlos für Sie) und Begleitung bis zur Schlüsselübergabe.
Steuertipp: Wenn Sie die Spekulationssteuer zahlen müssen, ist die Maklerprovision als Werbungskosten abzugsfähig – sie reduziert den steuerpflichtigen Gewinn.
Kostenblock 2: Grundschuldlöschung
Wenn noch eine Grundschuld aus einem früheren oder laufenden Kredit im Grundbuch eingetragen ist, muss diese beim Verkauf gelöscht werden. Die Bank stellt eine Löschungsbewilligung aus, der Notar beantragt die Löschung beim Grundbuchamt.
Die Kosten: ca. 0,4 % des Grundschuldbetrags (Notar + Grundbuchamt zusammen).
Beispiel: Grundschuld 150.000 € → ca. 600 € Löschungskosten.
Oft sind im Grundbuch alte Grundschulden eingetragen, für die der Kredit schon längst zurückgezahlt wurde. Lassen Sie diese vorab löschen – das ist günstiger als im Zuge des Verkaufs.
Kostenblock 3: Vorfälligkeitsentschädigung
Wenn Sie bei dem Verkauf einen laufenden Kredit vorzeitig ablösen, kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung (VFE) verlangen. Die Höhe hängt ab von:
- Restlaufzeit des Kredits
- Differenz zwischen vereinbartem Zinssatz und aktuellem Marktniveau
- Restschuld
Nach 10 Jahren Kreditlaufzeit: gesetzliches Sonderkündigungsrecht (§ 489 BGB) – keine VFE.
Bei jüngeren Krediten mit hohem Zinssatz: kann die VFE mehrere Tausend bis fünfstellig sein.
Fragen Sie Ihre Bank vorab nach der VFE-Berechnung. Dieser Wert ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Nettoerlösrechnung.
Kostenblock 4: Energieausweis
Jede Immobilie, die verkauft wird, braucht einen gültigen Energieausweis. Fehlt er oder ist er abgelaufen, muss er neu erstellt werden.
Kosten: 50–300 € je nach Gebäudegröße und Ausweisart (Verbrauchsausweis günstiger, Bedarfsausweis teurer).
Bei immovativInvest ist die Beschaffung des Energieausweises im Service enthalten – Sie zahlen dafür nichts extra.
Kostenblock 5: Spekulationssteuer
Die mit Abstand größte potenzielle Kostenposition – aber eine, die sich oft vermeiden lässt.
Wenn Sie die Immobilie innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf verkaufen und während dieser Zeit nicht selbst darin gewohnt haben, fällt Einkommensteuer auf den Gewinn an. Der Steuersatz entspricht Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz (14–45 %).
Vermeidungsstrategien:
- Warten, bis die 10-Jahres-Frist abgelaufen ist
- Eigennutzung in den letzten drei Kalenderjahren vor dem Verkauf
- Lassen Sie prüfen, ob Sie geerbte Frist übernehmen konnten
Bei der Steuerberechnung sind abziehbar: Kaufpreis, Kaufnebenkosten, Modernisierungskosten, Verkaufskosten (inkl. Maklerprovision). Das reduziert den steuerpflichtigen Gewinn erheblich.
Unterschätzte Nebenkosten
Dokumente: Grundbuchauszug, Flurkarte, Teilungserklärung (bei WEG) usw. müssen für den Verkauf vorliegen. Kosten bei Selbstbeschaffung: typischerweise 200–600 €. Bei immovativInvest: kostenlos inklusive.
Möblierungskosten / Entrümpelung: Falls die Immobilie vor dem Verkauf geräumt werden muss, entstehen Kosten für Transport und Entsorgung. Schwer pauschal zu beziffern, aber oft unterschätzt.
Hobbykeller oder Anbau ohne Baugenehmigung: Falls nachträglich Baumaßnahmen ohne Genehmigung stattgefunden haben, kann der Käufer Preisabschläge fordern oder der Notar Nachweise verlangen.
Was bleibt übrig? Nettoerlösrechnung
Beispiel: Einfamilienhaus Frankfurt, Verkaufspreis 650.000 €
| Position | Betrag |
|---|---|
| Verkaufspreis | 650.000 € |
| − Maklerprovision Verkäufer (2,975 %) | − 19.338 € |
| − Grundschuldlöschung (Grundschuld 200.000 €) | − 800 € |
| − Vorfälligkeitsentschädigung (Schätzung) | − 4.000 € |
| − Restschuld des Kredits | − 180.000 € |
| − Spekulationssteuer (entfällt, >10 Jahre) | 0 € |
| Nettobetrag | ca. 445.862 € |
In diesem Beispiel erhält der Verkäufer rund 445.000 € netto – deutlich weniger als die 650.000 € Kaufpreis, aber ein erheblicher Betrag für einen Neustart.
Kosten, die der Käufer zahlt (nicht Sie)
Zur Vollständigkeit: Der Käufer trägt in Hessen:
- Grunderwerbsteuer: 6 % = 39.000 € bei 650.000 €
- Notarkosten: ca. 1–1,5 % = ca. 6.500–9.750 €
- Grundbuchkosten: ca. 0,3–0,5 % = ca. 1.950–3.250 €
- Maklerprovision Käufer: 2,975 % = 19.338 €
Gesamtnebenkosten Käufer: ca. 10–11 % des Kaufpreises. Das ist wichtig zu wissen, wenn Sie den Zielpreis festlegen – ein Käufer, der 650.000 € bietet, zahlt insgesamt ca. 715.000–720.000 €.
Unser Rat
Bevor Sie den Verkauf starten, sollten Sie Ihre persönliche Nettoerlösrechnung kennen. Wir erstellen diese gemeinsam mit Ihnen im Erstgespräch – kostenlos und unverbindlich – damit Sie von Anfang an wissen, was Sie erwarten können.
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Wir beraten dich kostenlos und unverbindlich – persönlich vor Ort im Rhein-Main-Gebiet.
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