Immobilienfinanzierung: Eigenkapital, Bankangebote, Förderungen und Anschlussfinanzierung erklärt
Wie viel kann ich mir realistisch leisten?
Die wichtigste Frage zuerst – und sie ist ehrlicher zu beantworten, als viele Banken es tun.
Die Faustregel:
- Die monatliche Kreditrate sollte nicht mehr als 30–35 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen
- Beim aktuellen Zinsniveau (ca. 3,5–4,5 % p.a.) entspricht das bei einem Kredit von 300.000 € einer monatlichen Rate von ca. 1.500–1.700 €
Was Banken prüfen:
- Nettoeinkommen beider Personen
- Bestehende Verbindlichkeiten (Ratenkredite, Unterhalt)
- Eigenkapital
- Beschäftigungsart und -dauer
- Schufa-Score
Wichtig: Die maximale Kreditsumme, die eine Bank bewilligt, ist nicht zwangsläufig das, was du dir leisten solltest. Rechne immer mit einem Puffer für unvorhergesehene Ausgaben.
Welche Finanzierungsform passt zu mir?
Es gibt verschiedene Modelle – hier die wichtigsten:
Annuitätendarlehen: Die klassische Form. Gleichbleibende Monatsrate, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. Mit jeder Rate steigt der Tilgungsanteil, der Zinsanteil sinkt. Planungssicher, empfehlenswert für die meisten Käufer.
Variables Darlehen: Der Zinssatz wird regelmäßig angepasst. Günstig bei fallenden Zinsen, riskant bei steigenden. Nur für erfahrene Käufer mit kurzem Zeithorizont geeignet.
KfW-Darlehen: Staatlich geförderter Kredit für energieeffiziente Immobilien. Oft mit niedrigeren Zinsen und Tilgungszuschüssen kombiniert – eine gute Ergänzung zum Hauptkredit.
Bausparvertrag: Langfristige Ansparstrategie, die sich mit einer Eigenheimfinanzierung kombinieren lässt. Sinnvoll zur Planungssicherheit, aber oft träge im Aufbau.
Wie vergleiche ich Bankangebote richtig?
Der Zinssatz allein sagt wenig. Diese Faktoren entscheiden:
- Effektiver Jahreszins: Enthält alle Kosten – Grundlage des Vergleichs
- Zinsbindung: Wie lange ist der Zins garantiert? 10, 15 oder 20 Jahre? Längere Bindung gibt mehr Planungssicherheit
- Tilgungssatz: Je höher, desto schneller bist du schuldenfrei – und desto weniger zahlst du insgesamt
- Sondertilgungsrecht: Kannst du jährlich einen Extra-Betrag tilgen? Wie viel Prozent?
- Bereitstellungszinsen: Fallen Kosten an, wenn du den Kredit nicht sofort abrufst?
- Vorfälligkeitsentschädigung: Was kostet ein vorzeitiger Ausstieg?
Tipp: Nutze Vergleichsportale als Einstieg, aber lass dich anschließend von einem unabhängigen Finanzierungsberater begleiten. Wir arbeiten mit erfahrenen Finanzierungspartnern zusammen und vermitteln kostenlos.
Was ist bei der Anschlussfinanzierung zu beachten?
Nach Ablauf der Zinsbindung (meist 10–15 Jahre) läuft das Darlehen weiter – zu dann aktuellen Konditionen. Das ist die Anschlussfinanzierung.
Optionen:
- Prolongation: Du verlängerst beim gleichen Institut – einfach, aber oft nicht das günstigste Angebot
- Umschuldung: Du wechselst zu einer anderen Bank mit besserem Zinssatz
- Forward-Darlehen: Schon 1–5 Jahre vor Ablauf kannst du dir heutige Konditionen für die Zukunft sichern
Wann handeln? Spätestens 12–18 Monate vor Ablauf der Zinsbindung solltest du Angebote einholen. Wer zu spät agiert, muss das Angebot der Hausbank nehmen.
Welche Förderungen stehen mir zu?
Der Staat fördert den Immobilienerwerb auf verschiedenen Wegen:
- KfW-Programm „Wohneigentum für Familien" (WEF): Familien mit Kindern erhalten besonders günstige Konditionen beim Erstwerb
- KfW-Energieeffizienz-Programme: Tilgungszuschüsse von bis zu 15 % bei energieeffizienten Neubauten oder Sanierungen
- BAFA-Förderung: Für energetische Sanierungsmaßnahmen (Heizung, Dämmung, Fenster)
- Hessische Wohnraumförderung: Landeseigene Programme für Familien und Geringverdiener
- Wohn-Riester: Steuerlich gefördertes Sparen für die eigene Immobilie
Wichtig: Förderprogramme müssen in der Regel vor Baubeginn oder Kauf beantragt werden – nachträglich ist eine Förderung meist nicht möglich.
Wie viel Eigenkapital brauche ich wirklich?
Die Mindestempfehlung: 20 % des Kaufpreises plus alle Kaufnebenkosten (ca. 10–15 %) aus eigenen Mitteln.
Beispiel bei einem Kaufpreis von 400.000 €:
- 20 % Eigenkapital = 80.000 €
- Kaufnebenkosten (12 %) = 48.000 €
- Gesamteigenkapitalbedarf = ca. 128.000 €
Warum so viel? Mit mehr Eigenkapital bekommst du bessere Zinsen, eine niedrigere Rate und mehr Sicherheit. Banken belohnen hohe Eigenkapitalquoten mit deutlich günstigeren Konditionen.
Geht es auch mit weniger? Ja – Vollfinanzierungen (100 % oder sogar 110 %) sind möglich, aber teuer und risikoreicher. Empfehlenswert nur bei sehr sicherem, hohem Einkommen.
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Du planst eine Immobilienfinanzierung und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Wir vermitteln dich kostenlos an erfahrene Finanzierungspartner und begleiten dich durch den gesamten Prozess.
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Wir beraten dich kostenlos und unverbindlich – persönlich vor Ort im Rhein-Main-Gebiet.
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